Amazon Marketplace: Betrüger kapern Händler-Shops

23. September 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

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Wer sich öfter auf dem Amazon Marketplace aufhält, sollte aktuell ein wenig verstärkter die Augen aufhalten: Aktuell häufen sich wohl Angebote, in denen namhafte Artikel für teils weniger als die Hälfte des Ladenpreises angeboten werden – wer hier zuschlägt, landet vielleicht nicht unbedingt ein Schnäppchen, sondern in einer dreisten Abzock-Falle. Auslöser ist eine Mailadresse, an die interessierte Käufer vor dem Erwerb des Artikels unbedingt eine Mail schicken sollen, die das Ganze dann ins Rollen bringt.

Wer jetzt an reines Phishing denkt, irrt – vielmehr ist hier mehr Dialog zwischen Betrüger und Käufer notwendig als von anderen Fällen gewohnt: Nach der Anfrage kommt eine Mail in gebrochenem Deutsch zurück (spätestens hier sollten beim Käufer alle Alarmglocken schrillen), die eine Vorabüberweisung des Kaufpreises in Richtung Osteuropa als Bedingung für den Abschluss des Kaufs fordert. Dafür gibt es dann aber auch eine ordentlich gefälschte Amazon-Bestellbestätigung – dumm nur, dass die Amazon Marketplace-Regeln an dieser Stelle nicht greifen, da der Zahlvorgang natürlich nicht über die Amazon-Systeme erfolgt. Das böse Erwachen für den (unachtsamen) Käufer ist somit vorprogrammiert.

Eigentlich scheint der Amazon Marketplace ja recht transparent – woran liegt es also nun, dass solche Angebote trotzdem ihren Weg auf die Plattform finden? Augenscheinlich kapern die Betrüger die Shops über Verkaufsseminare, die ahnungslosen Shopbetreibern unter Nutzung des offiziellen Amazon-Materials untergejubelt werden. Wie indes der technische Weg aussieht, um unter den Namen der ebenfalls geprellten Betreiber entsprechende Fabelangebote in die Onlinekataloge zu schleusen, konnte indes noch nicht geklärt werden.

AmazonBöse gesagt: Die Regel, dass jeden Tag drei Dumme aufstehen, scheint hier aktuell wieder aufzugehen. Wer wider jeglicher Vernunft auf Schnäppchenjagd geht, nicht auf Bewertungen anderer Benutzer achtet und dann auch noch meint, einen Bombengeschäft gemacht zu haben, steht am Ende womöglich mit einem schmaleren Geldbeutel da. Man darf an dieser Stelle nun gespannt sein, wie Amazon reagiert, hat man doch schon vor zwei Jahren versprochen, entsprechende Gegenmaßnahmen zu solchen Anbietern- und Angeboten zu ergreifen.

In diesem Sinne: Haltet bei der Schnäppchenjagd (wo auch immer) Eure Sinne beieinander und vergleicht die Anbieter, haltet die Bewertungen im Auge und wundert Euch vielleicht zu Recht, wenn die neuesten Artikel bei Händler X vielleicht für die Hälfte der unverbindlichen Preisempfehlung über den Tisch gehen sollen. Wer einmal eine grobe Übersicht über die Vorgehen dieser ominösen Betreiber haben möchte, wird übrigens auch hier fündig (danke, @Frank)!

(via Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen)

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Über den Autor:

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

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