Amazon klagt in den USA gegen über 1000 Ersteller von Fake-Rezensionen

19. Oktober 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

artikel_amazon_undergroundFake-Rezensionen sind in der heutigen Zeit ein großes Thema. Es gibt sie praktisch überall, sei es für digitale oder auch physikalische Güter. Ein großer „Abnehmer“ für solche Fake-Rezensionen ist Amazon. Und Amazon ist auch das Unternehmen, das nun gegen die Ersteller solcher Rezensionen vorgeht. Denn solche Rezensionen vermitteln oftmals ein falsches Bild von Produkten, gefährden laut Amazon den Ruf. Aus diesem Grund hat Amazon nun Klage gegen über 1000 solcher Fake-Rezensenten eingereicht. Diese boten ihre Dienste über Fiverr an, einer Plattform, auf der man kleine Aufgaben für kleines Geld anbieten kann.

Fiverr selbst hat nichts zu befürchten, denn die AGB der Plattform untersagen das Anbieten solcher Dienste. Fiverr arbeitet deshalb eng mit Amazon zusammen, um solche Angebote schnellstmöglich aus dem System zu bekommen. Amazon sieht hier die einzelnen Händler und auch Hersteller als schwarzes Schaf. Diese wollen sich auf diese Weise einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz schaffen. Während die Sterne-Wertung durch solche Fake-Rezensionen tatsächlich positiv beeinflusst werden kann, sind die Rezensionen selbst oft recht einfach zu erkennen. So werden USB-Kabel zum Beispiel mit Bewertungen versehen, die eher zu Lampen passen.

amazon.de

Das ist nicht das erste Mal, dass Amazon gegen Fake-Reviews klagt. Im April verklagte Amazon schon einmal Webseiten, die Fake-Rezensionen anbieten. Der Unterschied zum jetzigen Fall ist, dass es nun nicht gegen die Webseite geht, sondern gegen die Nutzer, die sicherlich auch Fiverr schaden, da sie sich nicht an die Spielregeln halten. An diese Nutzer direkt über Amazon heranzukommen, sei nicht so einfach, sie registrieren sich logischerweise nicht mit echten Daten und verschleiern auch ihre IP-Adressen.

Das eigentliche Problem an dieser Geschichte ist, dass – wie so oft – eine kleine Gruppe dafür sorgt, dass ein falsches Gesamtbild von etwas entsteht. Und dagegen muss Amazon etwas unternehmen, das Bewertungssystem ist immerhin eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen für Käufer. Merkt der Kunde, dass er sich nicht auf die Bewertungen verlassen kann, ist das ganze Bewertungssystem für die Tonne.

Amazon versucht das System aber auch außerhalb von Gerichten. Dieses Jahr führte Amazon Filter ein, um solche Rezensionen auszusieben, aber so ganz scheint dies eben auch noch nicht zu funktionieren. Die Klage wurde von Amazon letzten Freitag in den USA eingereicht und richtet sich gegen 1114 Ersteller von Fake-Rezensionen.

Wie nutzt Ihr Bewertungssysteme für Eure Kaufentscheidungen? Verlasst Ihr Euch alleine auf die Sterne-Bewertungen oder lest Ihr auch tatsächlich die Bewertungen, die Nutzer hinterlassen? Oder informiert Ihr Euch an anderer Stelle und achtet gar nicht auf die Rezensionen beim Online-Händler selbst?

(Quelle: The Guardian)

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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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