Amazon FirePhone: bisher nur 35.000 Stück verkauft?

27. August 2014 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

Mitte Juni stellte Amazon das FirePhone vor, ein Shopping-Smartphone mit coolen 3D-Effekten, das darauf ausgelegt ist, um als Einkaufshilfe für Amazon zu dienen. Die Einführung erfolgte nur in den USA. Amazon will sich geduldig zeigen, dem FirePhone einen langfristigen Erfolg verschaffen, anstatt schnell den Markt anzugreifen. Das sah man auch bei der Preisgestaltung. Anders als die Kindle Fire-Tablets, die fast zum Selbstkostenpreis verkauft werden, zahlt der Kunde für ein FirePhone genauso viel wie für andere Flaggschiff-Geräte.

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The Guardian hat nun eine interessante Rechnung angestellt, an deren Ende herauskommt, dass Amazon vielleicht nur 35.000 FirePhones verkauft hat. Von Amazon selbst gibt es nie Verkaufszahlen, so auch nicht in diesem Fall. Die Rechnung, die durchgeführt wurde, basiert auf mehreren Werten und Schätzungen. Etwaige Abweichungen sind zwar (zugunsten von Amazon) mit einbezogen, dennoch fehlen irgendwie tatsächliche Fakten, die diese Zahlen belegen würden.

Chitika wertet die Smartphone-Nutzung anhand von Werbeeinblendungen aus. Hier kommt das FirePhone in den ersten 20 Tagen nach Release auf 0,015 – 0,02 Prozent Anteil, etwa der gleiche Wert wie ein Motorola Droid Ultra. Zusammen mit Zahlen von ComScore, die aussagen, wie viele Smartphones in Benutzung sind, ergibt sich so ein Durchschnittswert von 26.400 FirePhones, die in Benutzung sind.

Nun werden aber Smartphones nicht auf die gleiche Weise genutzt. Chitika sieht für das iPhone beispielsweise 52,3 Prozent Anteil in seinem Werbenetzwerk, in den USA liegt der tatsächliche Marktanteil aber bei um die 40 Prozent. Von Over-Indexing wird hier gesprochen. Das Ganze funktioniert auch in die andere Richtung, mit dem Under-Indexing. Hier kann man bei Vergleichen erkennen, dass die Abweichungen bis zu 25 Prozent betragen. Rechnet man dies noch mit ein und gibt sogar noch ein paar Smartphones oben drauf, um alle Eventualitäten auszuschließen, kommt man zu dem Schluss, dass Amazon maximal 35.000 Geräte in den ersten 20 Tagen verkauft hat.

Aktuell sieht es also nicht danach aus, dass das FirePhone ein großer Erfolg ist, auch wenn das weiterhin Amazons Ziel ist. Allerdings darf man auch das Zahlengeschubse vom Guardian nicht unbedingt für einen handfesten Beweis nehmen. Während die Rechnung zwar logisch erscheint, kann sie dennoch nicht belegt werden. Auf der anderen Seite wäre wohl selbst die doppelte oder dreifache Menge verkaufter FirePhones nicht wirklich der größte Hit. Die Big Player wie Samsung oder Apple setzen zum Verkaufsstart mehrere Millionen ihrer Smartphones ab. Und das ist genau die Liga, die Amazon angreifen will.


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