Amazon Fire TV 2017 4K und HDR: Ein erster Blick

24. Oktober 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: caschy

Ende September hat Amazon neue Hardware aus dem Hut gezaubert. Neue Echo-Geräte, dazu die Aussage, dass der Echo Show mit seinem Display nach Deutschland kommt. Für viele unserer Leser aber wesentlich spannender: Der neue Fire TV 2017. Der gab natürlich Grund zur Diskussion. Warum? Das geht bei der Bauform los. Viele mochten den Fire TV als Kiste, den man irgendwo hinstellt. Alternativ griff man zum Fire TV Stick, der im HDMI-Port Platz findet. Nur: Der kann im Gegensatz zur Box kein 4K.

Nun also der neue Fire TV, der eine kleine Box ist, die hinten am TV runterbaumelt. Für mich weniger beachtenswert, in unseren Kommentaren störten sich einige an der Tatsache. Des Weiteren verfügt der neue Fire TV nicht mehr, wie der alte, über einen dedizierten LAN-Anschluss, stattdessen müsste man, sofern man einen RJ45-Anschluss vorzieht, einen Adapter kaufen, der bei 15 Euro liegt. Das neue Modell kann nicht nur mehr in Sachen Darstellung, es ist auch noch günstiger als die letzte Generation.

So kostet der neue Amazon Fire TV mit Unterstützung für 4K / Ultra HD und HDR 79,99 Euro. Das Vorgängermodell wanderte, sieht man einmal von einigen Angeboten ab, für 99,99 Euro regulär über die virtuelle Ladentheke. Auch die letzte Generation unterstützte bereits 4K – aber eben kein HDR. Amazon teilte während der Vorstellung mit, dass über die Alexa Sprachfernbedienung auch Smart-Home-Geräte von kompatiblen Marken wie Philips Hue, TP-Link oder tado steuerbar sind.

Aber auch das ist nicht neu, funktioniert ja auch mit den alten Geräten, die eine Alexa-Fernbedienung haben. Auch Smart-Home Kameras und Live-Video-Feeds von unterstützten Marken wie Ring, Nest und Logitech lassen sich ja mittlerweile mit einem Fire TV vernetzen. Der neue Amazon Fire TV des Jahres 2017 nutzt den SoC Amlogic S905z, 2 GByte RAM, 8 GByte Speicherkapazität und bietet als Schnittstellen HDMI, Micro-USB (nur zur Stromversorgung), Bluetooth 4.1 LE und natürlich Wi-Fi 802.11 ac.

Das erste Auspacken. Kleines Ding, recht handlich. Mich persönlich stört das Baumeln am TV nicht, bzw. ist es bei mir eh anders gelagert, da mein Samsung-TV die Anschlüsse für HDMI über eine separate Box lagert. Die Einrichtung ist identisch zum Fire TV der älteren Generation, da tut sich also nicht viel. Auch die Oberfläche sah in meinem Fall nicht anders aus. Funktioniert alles wie gehabt und wie bekannt.

An dieser Stelle kann man eigentlich schon sagen, dass man nicht pauschal sagen kann, ob ein Upgrade lohnt oder eben nicht. Kommt immer darauf an, was man für einen TV besitzt und auf welche Sound-Hardware man setzt. Wer keine dicke Anlage am TV hat, sondern nur diesen mit eventuell „normalen“ vorhandenen Boxen nutzt, zudem nicht zwingend 4K benötigt, weil kein 4K-Gerät vorhanden ist: Muss man derzeit nicht, denn der normale Fire TV Stick 207 für 40 Euro bietet nicht viel weniger. Kann 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde und bietet Dolby Audio.

Der neue Fire TV hat 4K Ultra HD bei 60 Bildern pro Sekunde und einen schnelleren Prozessor sowie 2 GB Arbeitsspeicher, der Stick hat 1 GB. Und bei Besitzern der direkten Vorgängerversion aus dem Jahre 2015 ist es ja noch einmal ganz anders gelagert, hier steht ja sogar 4K zur Verfügung – und ein separater LAN-Anschluss. Lediglich HDR10 ist nicht gegeben. HDR ist dann auch so eine Sache.

Interessanterweise laufen HDR-Inhalte, zumindest auf YouTube aber nicht alle. So ließen sich HDR-Videos zwar aufrufen und auch abspielen, bei explizit 60 Bildern pro Sekunde versagte der neue Fire TV dann aber seinen Dienst und sprach von einem nicht unterstütztem Videoformat. Wo hier nun der Fehler liegt, ist mir zur Stunde nicht bekannt, vielleicht kommt da noch seitens Amazon oder YouTube ein Update.

Was ich anmerken muss – wobei es natürlich sein kann, dass es sich um ein spezielles Problem bei mir handelt: Die Fernbedienung verlor oft ihre Verbindung. Ich dachte erst, dass die Batterien vielleicht Schuld sein könnte, aber dies war nicht der Fall. Entnahm ich diese und legte sie neu ein, dann konnte ich direkt wieder steuern. Allerdings kamen diese Aussetzer dann doch zu oft vor und ich probierte es mit Warten. Siehe da: Offenbar verlor die Fernbedienung trotz rund drei Meter Abstand ihre Verbindung, brauchte dann so 10-20 Sekunden und verband sich dann wieder. Ein Hängen des Fire TV kann ich dabei ausschließen, denn die Remote-App für den Fire TV war durchgängig in der Lage, den Fire TV remote zu bedienen.

Weiterhin: Der neue Fire TV kommt mit Fire OS 6.0, basierend auf Android 7.1.2 Nougat. Alte Geräte sollen  – Stand jetzt – 6.0 nicht erhalten. Des Weiteren sollte man bedenken, dass der neue Fire TV derzeit kein Display Mirroring unterstützt, wie man auf der Hilfeseite sehen kann, die deutsche Seite ist hier zum Zeitpunkt dieses Beitrages nicht angepasst. Wer seinen Android-Bildschirm dennoch sehen will, der kann zu Lösungen wie dem AirReceiver greifen. Interessanterweise wurde mir meine AirReceiver-App auch nicht im Store angezeigt und auch weitere Casting-Apps versagten ihren Dienst. Mal schauen, wann die ersten Apps angepasst werden, ich bin da guter Dinge, dass da was passiert. Letzten Endes bleibt festzuhalten, wie oben beschrieben: Je nach eigenen Wünschen benötigt man den neuen Fire TV 2017, oder eben nicht. Ich sag mal so für ich: Ich bin mit der alten 4K-Kiste bislang seht gut gefahren und am Zweit-TV, der seltenst an ist, wenn die Frau mal bügelt oder so, steckt der Fire TV Stick 2017 mit Sprachfernbedienung, da der TV eh nur FullHD kann.


Über den Autor: caschy

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