Alphabet Q2/17: EU-Kartellstrafe gegen Google drückt den Gewinn nach unten

25. Juli 2017 Kategorie: Google, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Alphabet hat Quartalszahlen für das zweite Quartal 2017 bekanntgegegebn. Während diese alles andere als schlecht aussehen, kommt es für Alphabet dank Google dennoch dicke. Denn die EU-Strafe fließt in das Quartal mit ein, sodass der Gewinn fast halbiert wird. 2,7 Milliarden Dollar sind also auch für ein Unternehmen der Größe von Alphabet keine Nummer, die man eben mal so wegsteckt. Aber so richtig weh zu tun, scheint Alphabet die Strafe auch nicht.

Google ist weiterhin der Teil von Alphabet, der den meisten Umsatz macht, bei Google wiederum ist es das Geschäft mit Werbung, welches hauptsächlich für Einnahmen sorgt. Lässt man die EU-Strafe einmal außen vor, ergibt sich ein sehr viel freundlicheres Bild, was Wachstum bei Google angeht.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 26,010 Milliarden Dollar, der Gewinn beträgt 6,26 Milliarden Dollar (3,524 Milliarden Dollar mit EU-Strafe eingerechnet). Die Marge sinkt durch die Strafe auch, statt 28 Prozent im gleichen Zeitraum 2016, sind es 2017 nur noch 18 Prozent. Das sollte – folgen keine weiteren „Sonderausgaben“ – im nächsten Quartal wieder normaler aussehen.

Allerdings ist auch bei der Werbung nicht alles Gold, was glänzt. Denn Google konnte zwar bezahlte Werbeanzeigen um 52 Prozent steigern, muss allerdings auch einen niedrigeren Erlös pro Klick hinnehmen, dieser sank nämlich um 23 Prozent.

Erfreulich für Alphabet ist auch die Sparte „Other Bets“, wo Google diverse Unternehmen sammelt. Hier konnte der Verlust verringert werden, von 855 auf 772 Millionen Dollar. In dieser Sparte sind zum Beispiel Waymo oder Nest zu finden.

Ohne die EU-Strafe sähen die Zahlen gesamt zwar besser aus, dennoch würden sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Google nicht mehr alleine auf dem Werbemarkt ist und Werbung kein Selbstläufer mehr ist. Die weiteren Zahlen gibt es direkt bei Alphabet.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 9163 Artikel geschrieben.