AirPlay-Alternative Miracast: nur das Nexus 4 unterstützt den Standard bislang

19. November 2012 Kategorie: Android, Google, Hardware, geschrieben von: caschy

Schade. Was mich so ein wenig an Android stört, ist die teilweise unkonsequente Umsetzung einiger Dinge. Wo bleibt der Gegenpart zu Apples AirPlay? Richtig, gibt es noch nicht wirklich, obwohl schon seit knapp zwei Jahren davon gesprochen wird. Warum bekommt man es nicht hin, Bild und / oder Ton vom Android-Gerät auf entsprechende Empfänger zu beamen? Nein, nicht via Bluetooth, sondern via WLAN. Einen Schritt hatte man mit Miracast gemacht, einer Sache, über die ich hier schon ab und an berichtete.

Miracast ist ein Standard, der zum Beispiel in Android 4.2 zu finden ist. Es lassen sich wie bei Apples AirPlay Bilder und Ton übertragen, selbst Intels Wireless Display ist mittlerweile mit Miracast kompatibel. Dabei werden die Bilder bereits in den GPUs der Tablets komprimiert und dann an den TV geschickt – logo, das TV-Gerät muss einen entsprechenden Empfänger haben.

So funktioniert Miracast:

Das Nexus 4 unterstützt diesen Standard übrigens, fest eingebaut in 4.2. Aus unerfindlichen Gründen ist aber Android 4.2 auf dem Nexus 10 oder dem Nexus 7 nicht in der Lage, Medien via Miracast abzuspielen, obwohl es zeitweise einen entsprechenden Produktseiten gab. Mittlerweile haben Google-Mitarbeiter dies auch in den Produktforen bestätigt:

“Just wanted to confirm that Nexus 4 is currently our only Nexus device that works with Miracast wireless display on Android 4.2. There was a reference to wireless display on our Help site for Nexus 10, but we’ve since removed that reference. Our apologies for any confusion that may have caused.”.

Warum und weshalb bleibt offen – man kann nur vermuten, woran es liegt: vielleicht spielt Miracast mit den diversen Chips noch nicht so zusammen, wie gewünscht, keine Ahnung…

Bleibt zu hoffen, dass Google da in Zukunft ein wenig Schub gibt. Man hat mit Miracast die Chance, einer ganzen Industrie neue Möglichkeiten zu geben. Jede Menge Zubehör, dass darauf wartet, Miracast abzuspielen – egal welches Gerät, unabhängig von der verwendeten Form des Tablets oder Smartphones – einfach kabellos. (danke Patrick)


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16 Kommentare

Günni Biersack 19. November 2012 um 11:52 Uhr

Verstehe wirklich nicht, wie Google so nachlässig diesbezüglich sein kann. Ich bin seit langer Zeit auf der Suche nach einer guten Lösung, hab mir dann das Nexus 7 geholt mit dem Hintergedanken, dass Miracast “bald” funktionieren sollte/könnte aber pustekuchen..!! Es gibt doch nichts besseres um Play Movies zu pushen, als solche Möglichkeiten.. Ich schließ doch nicht extra meinen PC an den Fernseher, dass ich dann nen Film online streamen kann und da das nexus 7 kein hdmi/Mini hdmi Anschluss hat, bleibt einem im Moment wohl nichts anderes übrig..
Naja, ich für meinen Teil werde mir deswegen keine Filme im Playstore streamen.. Ein Kunde weniger ..

Abi 19. November 2012 um 12:26 Uhr

Wirklich sehr ärgerlich, habe mir das Nexus 10 geholt mit den Hintergedanken an Miracast und es wurde ja auch gesagt, dass es funktioniert. Jetzt bin ich am überlegen es wieder zurückzuschicken denn eigentlich gefällt es mir ja recht gut.
Gibt es denn überhaupt bereits ein Tablet mit Miracast?

Helix 19. November 2012 um 13:01 Uhr

@Abi
Hast du die Überschrift gelesen???

caschy 19. November 2012 um 13:09 Uhr

@Helix: hast du den Text gelesen? ;)

Andreas 19. November 2012 um 13:18 Uhr

@Helix. Er schon, Du anscheinend nicht so genau ;-)
Das Nexus 4 ist das Handy. Hast Du wohl gerade mit dem Nexus 7 Tablet verwechselt.

Matthias Heinz 19. November 2012 um 13:22 Uhr

Ich vermute, das wird irgendwann mit einem Update nachgeschoben, zumindest hoffe ich das.

Da ich mir auf kurz über lang auch das Nexus 4 holen werden, reicht mir ein Miracast Device :)

Aber es gibt derzeit kaum Hardware um ältere TV´s zu verbinden, es gibt nicht einen Adapter zu kaufen, ich kann leider keinen finden, der Netgear PTV3000 verrichtet keinen Dienst mit dem Nexus 4, in Deutschland ist er auch nirgends zu beziehen.
Also wer einen älteren TV ohne Miracast hat, der kann mit Miracast im Moment eh kaum was anfangen.

hunkunk 19. November 2012 um 13:25 Uhr

Die Unterstützung bei den Empfangsgeräten ist wohl auch noch nicht so dolle… bis auf Samsungs Echo-P Series und Intel GPUs mit WIDI gibts da nix.

amyristom 19. November 2012 um 13:27 Uhr

Wozu benötigt man denn jetzt bitte schön einen weiteren “Inselstandard” wie Miracast? DEN Standard dafür überhaupt gibt es doch schon längst: DLNA! Damit kann ich schon heute mit allen möglichen Handys und Tablets Videos und Musik auf meine Glotze pusten. Hätte Apple hier damals kein eigenes Ding gemacht könnten sich darüber heute schon alle Wiedergabesysteme und Smartphones miteinander verständigen.

Marc 19. November 2012 um 13:36 Uhr

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit z.B. mit einem Nexus7 Multimediainhalte auf ein TV zu bekommen?
Ich würde unwahrscheinlich gerne mein AppleTV abschaffen. Aktuell steuere ich per iPad die Musik aus iTunes Match über das aTV. Würde aber gerne auf Android umsteigen, da ich das iPad und das aTV nur für Musik nutze, und das Nexus 7 für alles andere…

Jan 19. November 2012 um 14:21 Uhr

Sorry, falls ich hier was verwechsel, aber wofür ist dann die Wi-fi direct Funktion?

Bob 19. November 2012 um 15:03 Uhr

Kann man dann eigentlich noch was Internet über WLAN nutzen wenn Miracast über WiFi Direct läuft, also dass man z.B. Google Play Movies steamen kann?

Jochen B. 19. November 2012 um 16:03 Uhr

Wo ist das Problem, Caschy?

So wie mein Vorredner amyristom bereits erwähnte: DLNA!

Skifta (Freeware von Qualcomm) auf Android installieren und schon kannst Du vom Handy/Tablet aus Deine Fotos, Filme und Musik via DLNA an ein DLNA kompatibles Endgerät streamen (HD TV, XB360, PS3, PC, …). Umgekehrt geht natürlich auch. Von einem DLNA Gerät (Netgear ReadyNAS die mit MiniDLNA kommt, PC, …) auf’s Handy rüber streamen. Funktioniert tadleslos und ist kein proprietäres “AirPlay” Protokoll.

Außerdem gibt’s doch auch schon unzählige “Brüllwürfel” die man von einem Mobilgerät aus via BlueTooth Audio bespielen kann.

Um Play Movies auf der großen Glotze zu gucken; nun, jedes bessere Android Gerät hat heutzutage einen HDMI-out (bzw. einen MHL->HDMI Konverter wie bei Samsung). Einfach die Glotze anstöpseln und den geliehenen Film von Play Movies aus darauf gucken.

Fazit: Stürmchen im Wassergläschen … für das was Du da bemängelst gibt’s schon längere Zeit sehr praktikable Lösungen. Evtl. mal das Reality Distortion Field der Obst Marke verlassen und für ‘ne Sekunde über den Tellerrand gucken?

caschy 19. November 2012 um 16:04 Uhr

Jochen und andere. Du kannst eben kein Bildschirmecho wiedergeben. Medien ist ja soweit kein Thema. Es geht auch um Mirroring.

vaxul 19. November 2012 um 16:11 Uhr

@amyristom

Ist es nicht so… dass bei DLNA die Medien vom Ausgangsgerät gestreamt werden. Also dabei das Abspielgerät (Zielgerät) die entsprechenden Codecs der Video verstehen muss. Wenn der Fernseher also nur MP4 mit h.264 abspielen kann, dann wird’s bei alternativen schwer.

Wenn ich es richtig verstehe wird bei Miracast bzw. dem Wireless Display direkt der Bildschirminhalt gestreamt. Es wäre also egal, wenn der Fernseher die Codecs nicht versteht.

Bitte korrigiert mich, falls nötig.

Jochen B. 19. November 2012 um 17:26 Uhr

@Caschy: Ok, Mirror des Bildschirm auf einen HDTV Fernseher oder Projektor (…) ist ein anderes Thema. Ist zwar möglich, aber nur via HDMI Kabel, bzw. Wireless HDMI Konverter sofern “verkabelt” keine akzeptable Lösung darstellt und das entsprechende Endgerät dafür gerüstet ist.

Ein “Screen Mirror” per Software (über ein Streaming Protokoll) auf ein großes LCD oder Projektor macht IMO keinen echten Sinn. Damit öffnet sich wieder nur das Problem daß die Endgeräte das auch können müssen. Hat ja schon bei DLNA elend lange gedauert bis die Hersteller das aufgegriffen haben (wohl der XBox360 und der PS3 zu verdanken das es populär wurde).

Habe den Anwendungsfall nicht nicht bearbeiten müssen, aber eine Wireless Video Übertragung hätte eher was für sich als eine Softwarelösung per Streaming Protokoll.

@vaxul: Um mal ein Szenario zu bemühen: Nehmen wir an Du hast eine NAS die DLNA kann (oder eine Linux oder Windows Kiste – eigentlich egal) und Du möchtest jetzt die aktuellen Urlaubsfotos am TV gucken (gehen wir davon aus der kann DLNA und ist am WiFi angeschlossen) sitzt aber mit Deinem Android Tablet auf der Couch im Wohnzimmer. Passende Software vorausgesetzt kannst Du jetzt sagen “Spiele von meiner NAS auf meinem TV diesen Ordner hier ab” (in dem Fall wirkt das Tablet wie eine Fernbedienung – ein “Control Point” in der DLNA Terminologie).

Das mit den Formaten auf das Endgerät ist so eine Sache. Wirklich gute DLNA “Server” Software kann unpassende Formate on-the-fly Konvertieren (eigentlich Transkodieren, erfordert natürlich einiges an Rechenleistung – von einer NAS solltest Du dir das eher nicht erwarten). Billige Lösungen können das nicht; dann hast Du bei einem Film z.B. nur Audio aber kein Bild wenn der Codec vom Zielgerät nicht verstanden wird.

DLNA ist extrem flexibel, aber es kommt auf die Software an die man dafür Verwendet.

vaxul 20. November 2012 um 08:43 Uhr

@Jochen B.
Interessant. Nur wirklich gut Möglichkeiten gibt es dann auf Android leider nicht. Zu mindestens für YouTube Videos funktioniert iMediaShare für mich.
Skifta hatte ich mal ausprobiert, war ok. Leider kann man damit halt auch nur die Medien selber streamen. Wenn ich aber zum Beispiel YouTube-Videos ohne Download auf den Fernseher streamen will, komme ich dann doch wieder nur zu iMediaShare zurück.


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