AirlineCheckins.com: Praktischer Dienst mit holprigem Onboarding

9. Juli 2017 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Ende Juni erreichte uns die Pressemitteilung von AirlineCheckins.com, dass der Dienst nun gestartet sei. Dieser soll das Fliegen vor allem für Vielflieger angenehmer machen, indem Online-Checkins automatisch durchgeführt werden. Praktischerweise hatte ich gerade einen Flug gebucht und dachte mir so, das kann man ja mal ausprobieren. Nicht, dass mich die Durchführung eines Online-Checkins groß stören würde, aber wer wirklich viel fliegt, kann damit auch viel Zeit verschwenden.

AirlineCheckins kann unterschiedlich genutzt werden. Auf jeden Fall muss man sich aber registrieren. Unter Angabe zahlreicher Daten, logisch, die werden für die Checkins benötigt. Allerdings wird das alles sehr wenig im Registrierungsprozess erklärt. Im Anschluss erhält man eine E-Mail-Adresse bei AirlineCheckins, die man künftig direkt bei Buchungen angeben kann oder Buchungsmails an diese weiterleitet.

Meinen Flug hatte ich bei Eurowings gebucht. Also schnell schlau machen, ob die Airline auch unterstützt wird. Punkt 1.4 der FAQ sollte das ja klären: „AirlineCheckins.com unterstützt die meisten (aktuell mehr als 100) großen und mittelgroßen Airlines der Welt mit dem Angebot eines online-Check-ins.“ Ach so, na dann. Wäre mein Flug wichtig gewesen, ich hätte an dieser Stelle abgebrochen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass Eurowings unterstützt wird, doch sehr hoch und auf der anderen Seite wäre es auch nicht allzu tragisch gewesen, sollte mit meinem Flug etwas schief gehen.

Nach der Registrierung habe ich diverse Angaben gemacht, welchen Platz ich für Kurz- oder Langstreckenflüge bevorzuge, Bonusprogramm-Nummern und so Kram. Nun galt es, meinen bereits gebuchten Flug irgendwie zu AirlineCheckins zu bekommen. Nutzt man den Dienst bereits, gibt man bei der Buchung einfach die E-Mail-Adresse an, die man von AirlineCheckins erhält. Also E-Mail direkt weitergeleitet – und eine Fehlermeldung erhalten. Die Mail kam zurück.

Gut, das alles lief sehr schnell ab, also ich leitete die Mail praktisch Sekunden nach der Registrierung weiter. Durchaus möglich, dass die E-Mail-Adresse zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wirklich erreichbar war. Ich wartete also noch einmal ein bisschen habe die Mail dann erneut weitergeleitet. Und gewartet. Sie kam nicht zurück. Aber eine Bestätigung seitens AirlinCheckins bekam ich auch nicht.

Am nächsten Tag schaute ich dann wieder rein und da war dann auch bei AirlineCheckins zu lesen, dass meine Buchung eingetroffen ist und der Checkin erledigt wird. Was mir in diesem ganzen Ablauf aber fehlte, waren irgendwie Bestätigungen oder Informationen. Gerade bei der ersten Nutzung wäre so etwas sehr hilfreich. Wenn man den Dienst dann einmal genutzt hat, weiß man dann ja, wie er „arbeitet“, dann braucht es auch keine Bestätigungen und Informationen mehr.

Danach hieß es erst einmal wieder warten, der Flug war noch ein paar Tage entfernt. Dann kam plötzlich aus dem Nichts – ziemlich nah an den 72 Stunden vor Abflug (ab diesem Zeitpunkt ist der Checkin möglich gewesen) – meine Bordkarte per SMS. In Apple Wallet übernommen und fertig. Super cool. Übrigens Platz 11A, also meinen Wunschkriterien entsprechend (Kurzstrecke Fensterplatz). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich selbst noch gar nicht wieder an den bevorstehenden Flug gedacht.

Das hat gut funktioniert und ich verlor sofort die Gedanken an den Rückflug-Checkin, da ich davon ausging, dass es genauso ablaufen wird. Das sollte aber nicht der Fall sein. Für Freitag früh war der Rückflug gebucht und ich wunderte mich Donnerstag Abend dann doch mal, dass ich noch gar keine SMS mit der Bordkarte bekam. Bei mir keimt in solchen Momenten dann auch schnell etwas innerliche Panik.

Aber alles halb so wild, denn ich war bereits eingecheckt, in der Eurowings-App war die Bordkarte bereits hinterlegt, erneut 11A, super. Die SMS kam wohl deshalb nicht, weil die Bordkarte nicht Wallet-fähig war. Warum dies wiederum so ist, weiß ich nicht, es gibt bestimmt eine Erklärung dafür. Ich wurde übrigens auch – erneut sehr nah an den 72 Stunden vor Abflug – über den erfolgreichen Checkin per E-Mail informiert. Das ging mir persönlich durch die Lappen, der Checkin an sich funktionierte genauso reibungslos wie beim Hinflug.

Für Menschen, die häufiger fliegen, kann das alles sehr praktisch sein. Ebenso kann man Mitreisende einchecken und auch Dokumente für Langstreckenflüge hinterlegen. Ich fliege nicht allzu oft, werde den Dienst aber auch weiterhin nutzen. Dieser wird für Reisende auch weiterhin kostenlos angeboten, die Finanzierung ist laut Pressemitteilung einmal über Kooperationen mit Hotels und Mietwagenanbietern angestrebt.

AirlineCheckins ist auch nicht in irgendeinem Berliner Hinterhof entstanden, sondern wurde über den Lufthansa Innovation Hub ins Leben gerufen. Schönes Ding, das mit ein paar mehr Informationen im Registrierungsprozess (oder auch in den FAQ) sicher noch etwas besser wäre. Funktioniert hat aber alles, das möchte ich noch einmal betonen – und das fand ich toll.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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