Adblock Plus vs Facebook: Das Katz-und-Maus-Spiel beginnt

12. August 2016 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: André Westphal

artikel_facebookFacebook umgeht mittlerweile Adblocker, um an Desktop-PCs trotzdem Werbung auszuliefern. Indirekt verteilte das soziale Netzwerk scharfe Seitenhiebe gegen Eyeo: So nannte Facebook zwar keine Namen, wies aber darauf hin, dass man mehrfach Angebote erhalten habe, um seine Werbung doch freizukaufen. Auf derlei Machenschaften wolle man sich jedoch nicht einlassen. Nun hat Eyeo reagiert und vermeint vielmehr, dass nun Facebook selbst „auf düsteren Pfaden“ wandele. Die Community rund um den Adblocker lieferte flugs einen Workaround, um Werbung doch wieder ausblenden zu können.

Jener Workaround wird durch Eyeo in diesem Beitrag beschrieben. Es handelt sich um einen neuen Filter, der in EasyList hinzugefügt wurde. Der Filter lässt sich aber auch manuell über Code ergänzen. Nachdem Eyeo sich die Hände rieb, hat Facebook aber bereits reagiert und gibt sich entrüstet: Denn laut Facebook sei der Filter fehlerhaft und blende neben der Werbung auch Beiträge von Freunden und Pages aus. Facebook erklärte daher, bereits an einem eigenen Update zu arbeiten, welches den Workaround unbrauchbar machen solle. Es kann sehr wahrscheinlich sein, dass Facebook sogar bereits reagiert hat, wenn ihr diesen Beitrag lest.

Facebook rechtfertigt seine Vorgehensweise übrigens damit, dass Adblocker wie eine Keule seien, die sinnlos alles platt walze. Man selbst wolle lieber seine Werbung besser für User anpassen, damit sich jene nicht gestört fühlen. Auch wenn Facebook seine Strategie als altruistisch verkauft, ist klar, dass das soziale Netzwerk sich davon selbst Vorteile erhofft: Je mehr Facebook und die Anwender selbst ihr Werbepräferenzen im Detail angeben, desto besser sind auch die erhobenen Daten. Und jene sind für Facebook pures Geld wert.

Egal auf welcher Seite man steht, das Katz-und-Maus-Spiel hat nun begonnen und es ist bestimmt nicht das letzte Wort gesprochen. Ich kann sowohl Facebook als auch die Adblocker-Anbieter und – Nutzer verstehen: Ich nutze etwa selbst einen Adblocker, schalte ihn aber auf Sites ab, die ich regelmäßig besuche und deren Werbung unaufdringlich ist. Viele Websites finanzieren sich über Werbung und das ist eben auch der Preis, den man als Leser für „kostenlose“ Inhalte indirekt zahlt. Allerdings bombardieren einige Sites ihre Leser mit Pop-Ups und dubiosen Werbeanzeigen, so dass ein Adblocker manchmal die einzige Möglichkeit ist, die Inhalte noch zweckdienlich abzurufen. Es kommt also auf die richtige Balance an, wenn ihr mich fragt.

via TechCrunch


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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