Acer Predator 17: Erfahrungsbericht zum Edel-Notebook mit kleinen Star-Allüren

11. Dezember 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

acer-predator-17Acer hat mir zum Testen ein wahres Schlachtschiff Flaggschiff geschickt: Das Predator 17 in der Luxus-Ausführung: ca. 3.300 Euro kostet das Gaming-Notebook in der mir vorliegenden Variante. Ein stolzer Preis, bei dem ich dann schon genauer hinschauen wollte, ob es sich lohnt so viel Kohle über die virtuelle Ladentheke zu schieben. Auch wenn 3.300 Euro viel Geld sind, bekommt man allerdings auch einiges geboten. So wartet das Acer Predator 17 (G9-792-76MM) zum Beispiel mit 17,3 Zoll Diagonale und einer nativen Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln (Ultra HD) auf. Das führt zu einer Pixeldichte von 254 ppi. Davon können andere Notebooks nur träumen. Was das Raubtier sonst noch auf dem Kasten hat, berichte ich euch im Erfahrungsbericht.

Zunächst einmal gestehe ich ein, dass ich zu Produkten von Acer eine gespaltene Beziehung habe: Preislich geht Acer sehr aggressiv vor, spart aber manchmal an den falschen Stellen bei der Verarbeitung. Hier war ich also, auch bei einem derart teuren Notebook des Herstellers, erstmal skeptisch. Tatsächlich räumt das Predator 17 aber nach dem Auspacken sofort jegliche Zweifel aus: Bei mir persönlich gibt es eh kleine Bonuspunkte, weil mich das Predator-Logo leicht an das Zeichen der Decepticons erinnert.

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Doch die Verarbeitung ist insgesamt dem Preis wirklich angemessen. Das schwere, stabile Gehäuse ist mit einem Gummi-Überzug versehen, „Rubberized“, wie es die Marketing-Abteilungen gerne schimpfen. Das macht die Oberfläche sowohl relativ unempfindlich als auch leicht zu reinigen, wenn mal der Spieler-Schweiß bei einer Zitterpartie „Starcraft 2“ floss. Außerdem sorgt diese Oberfläche tatsächlich für mehr Grip. Bevor ich aber weiter ins Detail gehe, zunächst einmal die blanken, technischen Daten:

Display: 17,3 Zoll (IPS) mit 3.840 x 2.160 Pixeln, matte Oberfläche
CPU: Intel Core i7-6700HQ Prozessor, vier Kerne, 2,6 GHz mit Turbo-Boost bis zu 3,5 GHz, 6 MB Cache, 45 Watt TDP
Chipsatz: Intel PCH HM170
Arbeitsspeicher: 64 GByte DDR4-2133
GPU: Intel HD Graphics 530; Nvidia GeForce GTX 980M mit 8 GByte GDDR5-RAM
Festplatten: SSD mit 512 GByte plus HDD mit 2 TByte
Laufwerk: DVD+/-RW DL Brenner
Anschlüsse / Schnittstellen: HDMI, DisplayPort, Gigabit LAN, Wi-F 802.11 ac, Bluetooth 4.1, viermal USB 3.0, einmal USB 3.1 (Typ-C), Mikrofon, Kopfhörer, Thunderbolt 3 (über den Typ-C-Port), Multi-Kartenleser
Betriebssystem: Microsoft Windows 10 Home mit 64-bit)
Weiteres: Webcam mit 1,3 Megapixeln, vier Stereo-Lautprecher mit Subwoofer, zwei Mikrofone, Tastatur und Touchpad mit Hintergrundbeleuchtung, Kensington-Schloss, Akku mit acht Zellen (6.000 mAh), fest verbaut, Unterstützung für Nvidia G-Sync
Abmessungen: 423 x 40 x 322 mm (B x H x T)
Gewicht: ca. 4,2 kg

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Das Acer Predator 17 ist dabei optisch wirklich beeindruckend. Zum einen ist das Gehäuse alles andere als klein, zum anderen macht das Notebook optisch einiges her. Ein netter Vorteil der üppigen Dimensionen ist, dass hier eine relativ große Tastatur zum Einsatz kommt, bei der sogar rechts ein Nummernblock prangt. Zudem stehen zahlreiche Sondertasten zur Verfügung. Jene leuchten links stets freundlich-rot, so dass man sie kaum vergessen kann. Im Gegensatz zur Hintergrundbeleuchtung der Tastatur, die sich über Acers vorinstallierte Software Predator Sense komplett oder in Teilen abschalten lässt, leuchten die Sondertasten sowie das Touchpad permanent. Ist natürlich Geschmackssache, ob man das mag. Wo wir schon bei der Tastatur, beim Touchpad und der Beleuchtung sind: Starten wir damit doch gleich mal durch.

Ausstattung und Verarbeitung: Von Tastatur und Touchpad bis hin zum Display

Die Funktionen der fünf Sondertasten könnt ihr frei belegen. Als Standard ist eingestellt, dass z. B. Taste 3 ermöglicht manuell auf die höchste Lüftergeschwindigkeit zu schalten, falls ihr mal ordentlich durchpusten wollt. Die Haupt-Taste „P“ kann zwischen den Farben Rot, Blau und Grün umgeschaltet werden – jede Farbe steht für eine neue Belegung der weiteren, fünf Sondertasten. Somit könnt ihr letzten Endes insgesamt 15 Funktionen vordefinieren und speichern. Über Predator Sense ist hier auch das Zuweisen komplexer Makros möglich – Strategiespieler wird das besonders freuen.

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Funktionstasten auf der linken Seite

Von Touchpads erwarte ich mittlerweile nur noch wenig: Ich habe mir einmal für unter 10 Euro eine einfache, drahtlose Maus gekauft, deren Dongle ich via USB an jedes Notebook pappe,das ich verwende. So habe ich es zwar auch am Acer Predator 17 gehandhabt, an sich wäre das aber nicht zwangsweise nötig. Das Touchpad reagiert sehr präzise und es sind unter der eigentlichen Fläche zwei sehr robuste Buttons für Links-  bzw. Rechtsklick platziert. Selbst ich als absoluter Touchpad-Muffel, konnte mich also an das Pad durchaus gewöhnen und habe es auch zum Spielen von „Civilization VI“ verwendet.

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Acer Predator 17 vs. Lenovo Yoga 3 11

Oben auf dem Bild seht ihr übrigens mal einen Größenvergleich des Acer Predator 17 mit meinem eigenen Lenovo Yoga 3 11, das ich gerne unterwegs nutze. Wie ihr seht, kommt man dagegen wohl nicht so rasch auf die Idee das Gaming-Notebook mal eben mit in den Zug zu nehmen. Klar, haben die Dimensionen aber eben ihre Vorteile – wie in der großzügigen Tastatur und natürlich dem Bildschirm mit 17,3 Zoll Diagonale bei nativen 3.840 x 2.160 Pixeln als Auflösung.

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Anschlüsse links

Und das Display ist wirklich traumhaft: Dabei ist die Auflösung beim Gaming (dazu später mehr) etwas gespalten zu beurteilen, macht aber im Windows-Alltag bereits Laune. Zudem bietet der Bildschirm wirklich extrem kräftige Farben, ohne dabei aber unnatürlich zu wirken. Videos auf dem Bildschirm anzuschauen macht sehr viel Laune. Ich habe mir entsprechendes, frei verfügbares Ultra-HD-Material in hoher Qualität, also keine stark komprimierten YouTube-Inhalte, am Bildschirm angesehen – der Bildschirm erweist sich hier als echter Mehrwert.

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Anschlüsse rechts

Was die Helligkeit betrifft, bin ich ein sehr spezieller Ansprechpartner, da ich sehr lichtempfindlich bin. So reichen mir sagenhafte 0 % bei der Benutzung Zuhause vollkommen aus. Auf 100 % habe ich das Gefühl direkt in eine Glühbirne zu schauen, bei direkter Sonneneinstrahlung mag das aber natürlich anders aussehen. Tatsache ist, dass das Display sehr hell eingestellt werden kann, für meinen subjektiven Blick eine sehr gute Farbwiedergabe gewährleistet und auch ausgezeichnete Kontraste und sattes Schwarz bietet. Damit weiß die Verarbeitung wirklich zu überzeugen: Auch die Anschlüsse sind allesamt sauber, die Stecker passen nahtlos hinein und lassen sich auch locker ohne Rütteln abziehen. Vielleicht lacht jetzt der ein oder andere, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das bei einigen Notebooks durchaus anders aussehen kann. Mit seinem matten Bildschirm, dem Rubberized-Gehäuse, dem präzisen Touchpad und der haptisch wie optisch sehr hochwertigen Tastatur hat mir das Acer Predator 17 im Test jedenfalls rundum gefallen.

Software

Meine erste Software-Begegnung mit dem Acer Predator 17 war von Kämpfen gezeichnet, das muss man leider klar so sagen. So positiv meine späteren Eindrücke sind, so holprig war der Start. Denn gleich nach dem ersten Hochfahren wurde ich mit einem RAM-Error begrüßt. Der erste Aktualisierungsversuch der GeForce-Treiber führte außerdem zu einem Bluescreen. „Das kann ja heiter werden“, war mein erster Gedanke… Zum Glück lösten sich am Ende alle Probleme in Wohlgefallen auf, aber bis dahin war es ein steiniger Weg. So musste ich in mehreren Versuchen erstmal die GeForce-Treiber und auch die Intel-Chipset- und Bluetooth-Treiber aktualisieren. Es bedurfte bei mir dreier Anläufe, verbunden mit mehreren Neustarts aufgrund fehlgeschlagener Installationen. Besserung stellte sich ein, als ich ein BIOS-Update vornahm – die Dateien bezog ich direkt über Acers offizielle Website. Vielleicht war es Zufall, aber nach Umstieg von 1.03 zu 1.05 stieß ich jedenfalls auf weniger Probleme.

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Enttäuscht war ich vom Acer Care Center: Zumindest im Bezug auf die Updates, kommt es hier zu Querelen. Ich konnte die Thunderbolt-Treiber aktualisieren, das war es aber auch. So erkannte das Care Center zwar, dass es neuere Versionen meiner Predator-Sense-Software sowie der Realtek-Audiotreiber gab, nach dem Herunterladen scheiterte die Installation aber stets. Letzten Endes lud ich die Aktualisierungen selbst ohne Hilfe des Acer Care Center herunter und siehe da – die Installation funktionierte tadellos. Gerade da das Acer Care Center diese Arbeit eigentlich Laien abnehmen soll, ist schade, dass derlei Zicken vorhanden sind. Die Überprüfungs- und Tuneup-Funktionen sind das übliche Brimborium und erlauben etwa temporäre Dateien aufzuräumen oder die HDD auf Fehler zu prüfen.

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Fehlerfrei funktioniert Acer Quick Access: Hier kann man beispielsweise auf Wunsch via „CoolBoost“ automatisch höhere Lüfterdrehzahlen anlegen. Nicht notwendig, aber klappt einwandfrei. Zudem gibt es den „Dust Defender“, der nicht nur alle 3 Stunden kurz den Luftstrom umgekehrt, um Staubablagerungen zu vermeiden, sondern auch einmal alle Lüfter auf Maximum laufen lassen kann, um das Notebook richtig durchzupusten. Wie von Smartphones bekannt, lässt sich hier auch ein Blaulicht-Filter aktivieren und einstellen, dass via USB auch im ausgeschalteten Zustand Geräte aufgeladen werden.

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Dann gibt es schließlich noch den Killer Network Manager: Hier lässt sich etwa manuell vom 2,4- ins 5-GHz-WLAN wechseln, die Verbindung überwachen oder auch einzelne Anwendungen für den Internetzugriff blockieren. Auch ein Spiele-Modus lässt sich hier zur Minimierung der Latenzen zuschalten. Feine Sache, denn hier kann man wirklich mit vielen Feinheiten Anpassungen vornehmen. Über die Optionen in Quick Access und den Killer Network Manager hat Acer mich dann auch wieder versöhnt, denn beim Care Center besteht dringender Optimierungsbedarf.

Benchmarks

Auch einige Benchmarks müssen sein. Während des Testzeitraums, habe ich das Acer Predator 17 durch „Time Spy“ in 3DMark sowie die frei verfügbaren Tests in PCMark 8 geschickt. Seht selbst, was dabei herauskam:

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Zu bedenken ist natürlich auch die Auflösung (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit welcher das Acer Predator 17 nativ hantiert. Wie ihr unten seht, hatten die Benchmarks von Futuremark übrigens Probleme die Grafiklösung zu erfassen. Ich vermute das liegt daran, dass Acer für den GPU-Kern des Intel Core i7-6700HQ einen angepassten Treiber nutzt und das Gaming-Notebook zudem je nach Leistungsanforderungen zwischen Intel HD Graphics 530 und der Nvidia Geforce GTX 980M wechselt.
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pcmark

Ich lasse die Ergebnisse für euch so im Raum stehen, denn wie viel Wert man auf synthetische Benchmarks legt, bleibt jedem selbst überlassen. Für ein Notebook sind die Punktzahlen jedenfalls durchaus beachtlich.

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Auch Cinebench R15 musste zum Abschluss noch ran – in OpenGL bescheinigt das Benchmark dem Acer Predator 17 28.18 fps und für die CPU gibt es 646 Punkte. Ihr seht ja, wie sich der Intel Core i7-6700HQ damit platziert.

Gaming-Praxistest: „Civilization VI“, „The Witcher 3: Wild Hunt“ und „Tomb Raider“

Spannender als trockene Benchmark-Punktzahlen waren für mich im Test die Erfahrungen beim Zocken an sich. Beim Acer Predator 17 liegt schließlich eine interessante Mischung vor, welche Gaming-Ausflüge auch ein wenig zum Abenteuer macht: So kombiniert der Hersteller hier ja ein natives UHD-Display mit 3.840 x 2.160 Pixeln mit einer GeForce GTX 980M. Die GPU ist alles andere als schwach für eine Notebook-Grafiklösung. Jedoch erschien dieses Modell von Nvidia bereits im Oktober 2014. Mittlerweile stehen mit den brandneuen GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 deutlich potentere Mobile-GPUs zur Verfügung. Jene sind so leistungsfähig, dass Nvidia auf das sonst übliche „M“ (für Mobile) als Zusatz verzichtete, da die GPUs verhältnismäßig nah an die regulären Grafikkarten für Desktop-PCs kommen. Warum ich so weit aushole? Nun, da die GTX 980M eben doch schon etwas älter ist, muss man bei nativem 4K-Gaming an den Einstellungen basteln. Aber: Es ist definitiv möglich! Nur wird es sehr auf eure Spiele-Vorlieben ankommen, ob ihr am Acer Predator 17 nativ und flüssig in Ultra HD zocken könnt.

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Den Anfang macht deswegen mein Tipp: „Civilization VI“. Ich habe das Spiel als kostenlose Dreingabe zu meiner neuen AMD Radeon RX 480 erhalten und es ausgiebig (ca. 20 Stunden) am Predator 17 gezockt. „Civilization VI“ eignet sich nahezu ideal für den 4K-Test, da es bei dem rundenbasierten Strategiespiel nicht so sehr auf hohe Framerates ankommt. Außerdem sind die Systemanforderungen relativ moderat. Trotzdem will man natürlich nicht in Zeitlupe durch Gandhis Truppen zuckeln oder beobachten, wie jeder einzelne Stein des neuen Weltwunders auf das Fundament wandert. Nun habe ich folgende Einstellungen für meinen Test genutzt:

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Außerdem habe ich auch verschiedene Einstellungen in „The Witcher 3: Wild Hunt“ ausprobiert. Hier muss ich klar sagen, dass natives 4K-Gaming aber wenig Sinn ergibt am Acer Predator 17. Entweder man muss beim Hexer etliche Grafikeinstellungen auf Minimum setzen um einigermaßen flüssig zu spielen – worunter die Bildqualität natürlich arg leidet – oder es bietet sich an z. B. eine Auflösung wie 2.560 x 1.440 Pixel zu wählen. Hier habe ich die Einstellungen dann nach eigenem Gutdünken angepasst. Dann muss zwar hochgerechnet werden, aber natives 4K nutzt wiederum auch wenig, wenn die Texturqualität am Boden liegt. Zum Glück bietet Geralts Abenteuer hier schier endlose Anpassungsoptionen, um etwa LOD, Texturqualität, Schatten, die Foliage-Qualität zu justieren… Hier muss aber jeder allein entscheiden, wo er Abstriche verkraften kann. Ich selbst etwa finde die Schattenqualität generell nicht so wichtig und kann mit niedrigerer Kantenglättung leben, finde aber die Texturqualität extrem wichtig.

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„Tomb Raider“ strapaziert die GPU ebenfalls fleißig, so dass hier ebenfalls wie bei „The Witcher 3: Wild Hunt“ Quad HD (2.560 x 1.44o Pixel) als gerenderte Auflösung zu empfehlen sind. Dann lässt sich problemlos in hohen Einstellungen flüssig spielen. Bei nativem 4K muss man hingegen ziemlich basteln und viele Einstellungen auf niedrig setzen, so dass ich das nicht empfehlen würde.

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Bombastische Lüftungsschlitze auf der Rückseite

Doch deutet sich hier durchaus eine andere Alternative an: Wer Bock hat, kann das Acer Predator 17 als Gaming-PC am TV einspannen. Einfach per HDMI an den großen Fernseher angeschlossen, Spiel für 1080p optimiert, ran mit dem Controller und schon zockt man in sehr hohen bis maximalen Einstellungen „Tomb Raider“ z. B. locker mit 60 fps. Lässt sich natürlich auch beim Herrn Witcher problemlos so bewerkstelligen.

Insgesamt muss man daher sagen: Wie bereits erwähnt, der UHD-Bildschirm ist traumhaft. Nicht nur in der schieren Auflösung, die für perfekte Schärfe sorgt, sondern auch in der kräftigen Farbwiedergabe und der hohen Helligkeit. Allerdings muss die GeForce GTX 980M sehr ackern, um Spielen bei zumindest 30 fps zu erreichen und die Einstellungen in aktuelleren Games müssen zu sehr reduziert werden, wenn natives 4K gewünscht ist. Mein Ergebnis daher: in 2.560 x 1.440 Bildpunkten zocken, hohe Einstellungen anlegen und skalieren. Sieht immer noch sehr gut aus und macht Laune. Natives 4K geht aber durchaus: „Civilization VI“ spiele ich mit hohen Einstellungen in Ultra HD und liege so während des Spiels ca. bei den magischen 30 fps. Es kommt also auf eure Genre-Vorlieben an, was ihr mit dem Acer Predator 17 so treibt.

Lautstärke und Temperaturen

Im Idle- bzw. Desktop-Betrieb ist das Acer Predator 17 sehr unauffällig und die Lüfter größtenteils gar nicht wahrnehmbar. Der Hersteller hat die Kühlung ja auch für Core-Gaming optimiert. Da ist keine Überraschung, dass das Notebook bei Office- und Multimedia-Anwendungen eher müde lächelt. Ich habe mal die Lüfterdrehzahlen und Temperaturen nach einer Stunde Office-Betrieb ausgelesen. Sie standen laut Predator Sense bei folgenden Werten:

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Kühl und leise, reicht hier wohl als Auskunft. Anders sieht es beim Zocken aus:

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Wundert euch dabei nicht über die Unterschiede beim CPU-Takt, jener variiert allgemein laut Predator Sense stets herum. Bei längeren Partien rotieren die Lüfter, wie ihr ablesen könnt, durchaus hörbar los. Allerdings empfand ich die Lautstärke immer noch als in Ordnung. Das liegt auch daran, dass das Lautsprechersystem des Predator 17 mich exzellent beschallt hat, wodurch die Lüftergeräusche nicht so auffallen.

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Subwoofer auf der Rückseite

Damit meine ich nicht nur die Lautstärke an sich, die Boxen mit Subwoofer klingen allgemein sehr kräftig. Acer simuliert hier quasi Surround-Sound, was überraschend gut funktioniert, so skeptisch ich bei derlei Sperenzchen normalerweise bin. Am Ende des Tages ist die Lautstärke des Acer Predator 17 nach meiner Auffassung selbst beim Gaming völlig in Ordnung. Anzumerken ist, dass es hier eine Besonderheit namens FrostCore gibt. Das ist ein zusätzlicher Lüfter, der statt des optischen Laufwerks eingesetzt werden kann. Der FrostCore springt im normalen Betrieb gar nicht an, sondern erst, wenn die Temperaturen ein gewisses Maß überschreiten. Es ergibt beim Zocken also durchaus Sinn den FrostCore zu nutzen, welcher de facto einen Unterschied von 3 bis 5° ausmachen kann.

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Herausnehmbarer FrostCore und DVD-Brenner

Der Wechsel ist denkbar einfach, denn man wirft über einen kleinen Hebel an der Unterseite das optische Laufwerk aus, um den FrostCore einzustöpseln. Auf den ersten Blick mag das eine ungewöhnliche Idee sein, empfinde ich persönlich aber als tolle Lösung: Zum einen kann man bei Bedarf den DVD-Brenner nutzen zum anderen hat man so die Option auf eine effizientere Kühlung, wenn das Laufwerk ohnehin stillsteht.

Akkulaufzeit und sonstige Anmerkungen

Wer das Acer Predator 17 im Auge hat, sollte sich darüber klar sein: Es handelt sich hier um ein extrem leistungsfähiges Notebook mit absolut edlem Bildschirm (Ultra HD) das zwar auch unterwegs für eine Gaming-Session herhalten kann, aber in erster Linie wohl eher ein Desktop-Ersatz mit gewissen, portablen Vorzügen ist. Ihr braucht für eine LAN einen PC, der schnell eingepackt ist und ordentlich Power hat? Dann ist das Predator 17 ideal. Wer aber denkt, er kann mit dem Gerät stundenlang im Park ohne Netzstrom zocken, wird staunen, wie fix der Akku leergesaugt ist. Als ich des Nachtens noch Lust auf eine Partie „Civilization VI“ hatte, wollte mein protziger Begleiter jedenfalls nach knapp zwei Stunden bereits an den Netzstrom. Falls ihr noch leistungsintensivere Spiele wie „The Witcher 3: Wild Hunt“ oder Shooter spielt, müsst ihr sogar mit kürzeren Laufzeiten kalkulieren. Doch das ist der Preis dafür, dass ihr in Ultra HD, mit einem Core i7, 64 GByte RAM und einer GTX 980M an den Start geht.

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Im Desktop-Betrieb ist die GeForce GTX 980M abgeschaltet und der integrierte Grafikkern des Prozesors, Intel HD Graphics 530, verrichtet seinen Dienst. Hier sind dann durchschnittlich, also mit Browsen im WWW, Arbeiten in Libre Office, Dateien im Explorer verschieben, etc. ca. 4 Stunden Laufzeit die Regel. Auch das ist im Vergleich mit anderen Notebooks nicht viel – gemessen an den gebotenen, technischen Daten aber zu erwarten.

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Die Hintergrundbeleuchtung im Einsatz

Apropos Arbeiten: Ein Gaming-Notebook für 3.300 Euro kauft sich kein Mensch zum Arbeiten, seien wir ehrlich. Aber es klappt natürlich fabelhaft. Hier erweist sich die Ultra-HD-Auflösung dann sogar als enormer Pluspunkt, um mehrere Dokumente nebeneinander anzuzeigen oder bei der Bildbearbeitung auch mit großen Aufnahmen zu hantieren. Die verbauten 64 GByte RAM plus 8 GByte VRAM für die Nvidia GeForce GTX 980M lassen freilich auch fortgeschrittene Videobearbeitung zu. Passend für eine besondere Zielgruppe: Let’s-Player, welche an einem Gerät Zocken und direkt ihre Aufnahmen bearbeiten wollen. Dafür ist das Acer Predator 17 dann sicherlich ein ganz heißer Kandidat.

Fazit

Das Acer Predator 17 ist kein Notebook für jedermann, das sieht man schon an der Preisgestaltung: 3.299 Euro kostet die mir vorliegende Nobel-Variante des Geräts mit Ultra-HD-Bildschirm. Das Display ist dann auch traumhaft und bereitet nicht nur beim Gaming, sondern auch beim Arbeiten Freude. Dazu gesellt sich eine exzellente Verarbeitung, welche dem Gaming-Boliden die entsprechende Langlebigkeit bescheren sollte. Ergänzend bietet Acer mit seinen Quick-Access-Features, Predator Sense sowie dem Killer Network Manager für beispielsweise das Anlegen von Makros, die Steuerung der Hintergrundbeleuchtung und die Anpassung der Netzwerkkonfiguration nach eigenen Bedürfnissen eine tolle Software-Ausstattung. Das Acer Care Center ist gespaltener zu sehen, da es noch mit Zicken zu kämpfen hat.

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Für Gamer: Hervorgehobene WASD-Tasten

Beim Gaming liefern der Intel Core i7-6700HQ sowie die 64 GByte RAM reichlich Power. Für 4K-Gaming ist die verbaute Nvidia GeForce GTX 980M aber in der Regel zu schwach. So muss man, außer in etwa Strategiespielen wie „Civilization VI“, mit niedrigeren Auflösungen leben und skalieren. Dabei taugt das Notebook aber auch dank HDMI-Anschluss als Gaming-PC für den Wohnzimmer-TV, was eine feine Option ist. Auch wenn es nicht der Primärzweck ist, kann man am Predator 17 außerdem gut arbeiten, da Touchpad und Tastatur großzügig bemessen sind. Speziell für Let’s-Player, die mit einem einzigen Gerät zocken und Videobearbeitung betreiben wollen, bietet sich das Acer Predator 17 aufgrund seiner 64 GByte RAM an.

Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht mit dem Notebook Zeit zu verbringen. Aufgrund der massiven Leistung, sollt man sich bei den Akkulaufzeiten auf Abstriche (Gaming 2 Stunden, Arbeiten 4 Stunden) gefasst machen, dafür kann das Acer Predator 17 aber problemlos einen Desktop-Rechner ersetzen. Ok, man muss hier deftig zahlen und am prägnanten Design Gefallen finden. Dafür bekommt man hier aber ein sehr gutes Notebook, das für Gaming-Enthusiasten mit mobilen Ambitionen sicherlich interessant ist.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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