Abgesaugt: Dyson V8 Absolute+

11. März 2017 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: caschy

Kollege Ostermaier ist ein Fan von Dyson-Geräten. Er hat einen Standard-Staubsauger des Herstellers (laut seinen Aussagen ist der schon „100 Jahre alt und noch wie neu“), dazu einen kabellosen Akkusauger. Fand ich immer ganz interessant die Akkusauger, denn bei uns im Haus gibt es insgesamt drei Ebenen, rechne ich das Gästezimmer unter dem Dach mit.

Das Schleppen eines sperrigen Gerätes ist hier also gar nicht so einfach, denn die Treppe unter das Dach ist steiler und schmaler als die im Flur, wenn man vom Erdgeschoss in die erste Etage geht. Nach Gespräch mit meiner Frau kam ich also zur Überzeugung, dass wir ja mal einen dieser Akkusauger testen könnten. Happy wife, happy life.

Hier muss man bei Dyson einen sehr genauen Blick riskieren, denn der Hersteller hat zahlreiche Angebote im Shop, die sich natürlich alle irgendwie unterscheiden –  aber nicht jeder Aufpreis für Feature XYZ ist beim Kauf gerechtfertigt, wenn man dieses Funktion nicht braucht.

Für den Test habe ich uns das große Modell besorgt, den Dyson V8 Absolute+. Ich hatte in der Vergangenheit schon einige Akku-betriebene Sauger ausprobiert, entweder störte mich die Saugkraft oder die Akkulaufzeit. Und auch der erste Blick auf die ausgerufenen Akkulaufzeiten des Dyson V8 Absolute+ machten mich erst einmal stutzig. Doch dazu später mehr.

Kommen wir erst einmal zum Testaufbau. Haus mit drei Ebenen, ein Großteil ist davon mit schwarzen Glanzfliesen ausgerüstet. Dazu gibt es noch Fliesen, Kork, klassischen Teppich und auch Laminat. Im Haushalt lebt ein Kleinkind namens Max, welches sich nicht daran stört, ob irgendwo was dreckig ist. Mal sind es Kekskrümel, mal Brotkrumen – irgendwas ist immer und das wird bei uns eigentlich immer sofort weggesaugt.

Dazu haben wir noch eine Vogelvoliere mit ein paar Piepmätzen, die nicht nur Lärm, sondern auch Dreck machen. Viel Dreck. Dafür gibt es einen Staubsaugerroboter in unserem Bereich für Küche und Wintergarten. Allerdings ist man mit einem Akkustaubsauger meist schneller bei der Sache als wenn man auf die Bereinigung durch den Roboter wartet. Neben dem Haus muss der Sauger auch für die Reinigung unseres Autos herhalten.

Elektrobürste mit Soft-Walze:

Der Dyson V8 Absolute+ ist das momentane Spitzenmodell, unterscheidet sich aber nur in einem im Lieferumfang enthaltenen Verlängerungsschlauch vom Dyson V8 Absolute. Dyson verkauft das Gerät für wirklich alle Reinigungsarten. Der Sauger kann ohne Saugrohr als schneller Akkusauger benutzt werden, der sogar von unserem Dreijährigen getragen und benutzt werden kann. In dem Alter haben die ja noch Spaß beim Mithelfen.

Der von Dyson ausgerufene Preis von 599 Euro ist sehr hoch, das ist bei Dyson und deren Geräten zumeist so, wenn man sie nicht in einem Sale schießen kann. Dafür gibt es neben dem eigentlichen Sauger noch Zubehör. So war in unserem Paket der 1,2 Meter langer Verlängerungsschlauch, die Kombi-Zubehördüse, eine Fugendüse, eine Wandhalterung, eine Mini-Elektrobürste, eine Elektrobürste mit Soft-Walze und eine Elektrobürste mit Direktantrieb.

Elektrobürste mit Direktantrieb:

Der Dyson V8 Absolute+, der 2,63 Kilo wiegt, verwirrt den einen oder anderen sicher in seinen Zahlen. So spricht beispielsweise Amazon von einer Leistung von 425 Watt. Die Homepage spricht aber von 115 AW. Der unbedarfte Nutzer fragt sich natürlich erst einmal, was AW bedeutet. Ich musste mich für den Test  etwas damit befassen und versuche es einmal einfach herunterzubrechen. AW steht für AirWatt.

Hiermit will man die Leistungsfähigkeit und die Effizienz von Vakuummotoren messen, da bei klassischen Saugern die reine Watt-Angabe nicht die komplette Saugleistung wiedergibt. Der ausgesagte Wert erklärt die Saugleistung (in m³/h bzw. Liter/sek.) und Saugkraft (in mbar bzw. hPa). Die Spezifikationen sind hier hinterlegt.

Zubehör: Ich erwähnte oben schon etwas vom Zubehör. Dieses ist für die jeweiligen Reinigungstypen gedacht. Wer seinen Hartboden reinigen will, der greift zur Soft-Walze. Die wird vorne aufgesteckt und wird elektrisch durch den Akku des Staubsaugers gespeist. Dyson setzt hier auf antistatische Carbonfasern, um auch wirklich alles mitzunehmen. Genutzt werden kann die Bürste für groben und feinen Dreck. Das Gute an den Bürsten: Man kann sie auseinandernehmen und reinigen.

Wäre sonst auch ein bisschen ekelig, wenn man beim reinigen Dreck, welcher vielleicht noch etwas feucht ist, in die Bürste einschmiert und bis ans Ende aller Tage in dieser lässt. Das Gleiche gilt auch für die Elektrobürste mit Direktantrieb, wobei diese zum Großteil aus Kunststoff besteht und nur wenige Bürsten hat. Das ist gedacht für Teppiche (ich habe einen extrem „langhaarigen“ in meinem Arbeitszimmer) und Tierhaare.

Im Alltag: Nicht nur die Frau nutzte das Gerät, auch mein Sohn Max war damit unterwegs – und logischerweise ich für den Test auch. Ich sprach es bereits an: Akkusauger sind so eine Sache. Und auch der Akku des Dyson hält nicht lange. Das ist aber eine Sache, die man keineswegs verschweigt, denn es gibt zwei Modi, in denen man reinigen kann.

Macht man wirklich volle Pulle an – also den MAX-Modus – dann zieht man wahrscheinlich einen Golfball durch den Gartenschlauch, hat aber „nur“ rund sieben Minuten Zeit, dieses zu tun. Dieser Modus ist nur sinnvoll bei sehr starken Verschmutzungen würde ich meinen. Sieben Minuten – da würde ich wahrscheinlich gerade mal meinen Flur und das Wohnzimmer durchsaugen können. Solltet ihr die Chance haben euch so ein Ding anzuschauen – weil ihr vor dem Kauf testen könnt – dann schaut am besten, wie ihr im normalen Modus (22 AW) klarkommt. Ich tue es.

Interessant ist die Akku-Angabe im deutschen Shop von Dyson. Diese spricht von bis 40 Minuten Laufzeit. Werdet ihr auch erreichen können. In unterster Stufe und ohne Aufsatz einer Bürste. Das wird den deutschen Kunden auf den ersten Blick auf der Homepage verschwiegen.

Hat man den US-Shop im Auge, dann wird dort auch kommuniziert, dass das die Laufzeit ohne Bürste ist. Nutzt man eine Elektro-Bürste, so kommt man nur auf bis zu 25 Minuten Akkulaufzeit. Das reicht zwar auch noch für eine wirklich großflächige Reinigung in unserem Haus, doch das deutsche Video suggeriert irgendwie einen Betrieb inklusive Bürste, was einfach falsch ist.

Ansonsten kann ich nur aus meiner Warte sprechen: Ich finde die Bedienung des Gerätes super, weil ich durch die recht flexiblen Gelenke einfach in alle Ecken komme. Das war mit meinem Standardsauger vorher eine etwas sperrigere Aufgabe. Die Saugleistung konnte auch überzeugen, ich hab alles reinigen können, auch feiner Sand und ähnliches bei uns im Eingangsbereich war dabei kein Problem.

Dabei haben wir nie zum Maximal-Modus greifen müssen, sondern konnten in der Standardsaugstärke reinigen. Dennoch muss ich sagen: So aus dem Bauch heraus verspüre ich nun keine große Veränderung zu einem V6, den der Kollege Ostermaier einsetzt. Leider versäumt es Dyson auch hier, konkrete Angaben zu machen. So sehe ich online zwar die maximal machbaren AW, nicht aber die in der Normaleistung. Bei anderen Saugern kann ich hingegen sehen, dass man „100 AW maximal und 28 AW normal“ anbietet (siehe V6). Erst der Blick im Datenblatt und die Rückfrage beim Support ergibt: 22 AW normal. Gefühlt aber nicht weniger Leistung als der V6.

Was aber ein merklicher Unterschied zum Vorgänger ist, das ist die Akkuleistung des Dyson V8 Absolute+. Bis sieben Minuten bei maximaler Saugleistung bei ALLEN Bürsten. Im Normalmodus bis 25 Minuten mit den beiden großen Bürsten, 30 Minuten mit der kleineren, die ideal für das Sofa ist und bis 40 Minuten für den Aufsatz und die kleine Bürste für Ecken und das Auto. Habt ihr den Sauger leergerockt, dann geht es ans Aufladen. Entweder ihr stellt ihn mit Netzteil in irgendeine Ecke, alternativ ist im Lieferumfang die Wandhalterung vorhanden. Bis der Dyson Sauger vollständig geladen ist, vergehen rund 5 Stunden. Drei LED visualisieren dabei den Ladezustand.

Eine Art Fazit der letzten Wochen? Das Gerät hat einen sehr hohen Preis. Und mit sehr hoch meine ich enorm. Das kann man auf keinen Fall wegdiskutieren.

Was ich wirklich sehr gut fand, das ist die Saugleistung und die Tatsache, dass ich die Bürstwalzen und die Filter richtig und vor allem einfach reinigen kann. Ja sicher ist das Arbeit, aber eine, die zumindest ich „gerne“ mache, da ich ungerne versiffte Geräte nutze. Neben den von mir erwähnten Dingen warf meine Frau noch ein, dass sich die Soft-Walzer auch ideal als Fliesenpolierer eignet – zumindest bei unseren schwarze Fliesen.

Die einzelnen Gelenke des Dyson V8 Absolute+ sind sehr flexibel, ohne dabei klapperig zu wirken. Wer den Vorgänger hat, der braucht aber meines Erachtens nicht zu aktualisieren. Und wer vielleicht einen Dyson dieser Art ins Auge fasst, der sollte auch den V6 in Betracht ziehen, da man diesen schon günstiger bekommen kann.


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