10 Jahre Twitter: Mit wenigen Zeichen viel sagen

21. März 2016 Kategorie: Social Network, geschrieben von: caschy

artikel_twitter11 Jahre blogge ich und damit bin ich länger dabei als Twitter, wenn auch wesentlich unerfolgreicher. Twitter ist mittlerweile 10 Jahre alt. Damals als Twttr gestartet (so war das damals mit den coolen Web 2-nulligen namen), ist Twitter heute für mich eines der wichtigsten Netzwerke. Wichtig deshalb, weil es so viele Möglichkeiten für alle bietet – und jeder sich aussuchen kann, was er macht und sieht. Der eine nutzt es zum Pitchen seiner Videos, der andere teilt seine Fotos mit seinen Followern – und ich share Blogposts und labere halbschlaues Zeug (wenn überhaupt). So einfach, so genial – und das schon seit 10 Jahren. 

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März 2006. Bob Sinclair pres. Goleo VI feat. Gary Nesta war mit Love Generation in den deutschen Charts auf Platz 1 und in diesem Jahr konnte man auch Ice Age 2 oder Fluch der Karibik 2 im Kino sehen. Lange ist es her. Der für alle nutzbare Lebens-Liveticker kam gleich gut an und zog das Interesse zahlreicher Copycats auf sich. Wamadu in Deutschland war einer von ihnen, der es als erster versuchte – und nicht der letzte.

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Ich selber beobachtete Twitter seit Anfang an (ok, ist gelogen, muss März 2007 gewesen sein, als man den SXSW Web Award gewann), bin aber erst im August 2008 auf den Zug aufgesprungen. Jeder Anfang ist natürlich schwer – und so musste auch ich das Ganze erst einmal erlernen. Heute kann ich sagen, dass sich der Einstieg gelohnt hat. Ich lernte über Twitter viele Menschen kennen, die es auch in mein echtes Leben geschafft haben. (Übrigens: So findet ihr euren ersten Tweet).

Und ich schätze viele der Menschen dort, auch wenn ich ihnen nicht folge. Klar, Arschlöcher findest du überall – so auch bei Twitter. Hass und Dummheit findet auch in 140 Zeichen Platz. Aber das Schöne ist ja, dass man Accounts blocken kann – oder man schaltet auf Basis Absender, Wortlaut oder ähnlichem stumm.

In Sachen Clients hat man sich in all den Jahren immer schwer getan. Man drehte denen den Hahn zu, die den Dienst erfolgreich machten – externen Entwicklern. Man kaufte Dienste und Apps auf, verhunzte diese aber. Und so wüsste ich nicht einmal, ob ich Twitter so benutzen könnte und würde, würde ich nicht Dinge wie Tweetbot, Fenix oder Talon vorfinden – rühmliche Twitter-Ausnahme ist das mittlerweile zum Unternehmen gehörige Tweetdeck, welches sich brauchbar (mehr aber auch nicht) im Browser nutzen lässt.

Und sonst so, was hat Twitter hierzulande zu bieten? Angeblich hat man monatlich 12 Millionen Menschen, die die Plattform besuchen – eingeloggt und nicht eingeloggt. Global sieht das Ganze natürlich anders aus. Mit Ende des Jahres 2015 hatte man bei Twitter rund 320 Millionen aktive Nutzer pro Monat, die es auf eine Milliarde Besuche pro Monat auf Seiten mit eingebetteten Tweets brachten.

Der Jörgen hat sich mal die Arbeit gemacht, um mal ein paar Daten in Bildform zu pressen. Ich hoffe einmal, dass er da sauber gearbeitet hat und alles stimmt, wenn auch die Farben auf einen heftigen LSD-Konsum schließen lassen.

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Tja, ein Blick in die Vergangenheit von Twitter wäre sicher schön, aber die besonders tollen Momente dürfen andere rauskramen, mich interessiert es nur wenig, welcher Tweet am häufigsten geteilt wurde und welcher Mensch die meisten Follower hat. Mich interessieren die Menschen und Hashtags in meiner kuscheligen Filterblase, denn diese habe ich mir selber zusammengestellt und ausgesucht.

Mir kommt die Art der Kommunikation entgegen, im echten Leben halte ich es auch so: Viel mit wenig Worten sagen. Viel reden und wenig sagen finde ich furchtbar.

Twitter ist einer meiner Lieblingsdienste – und bislang habe ich dem Dienst auch alle kruden Versuche verziehen, die irgendetwas ändern sollten. Nicht chronologische Timelines beispielsweise. Ich habe aber nur verziehen, da vieles optional ist (Beste Tweets beispielsweise) – oder in Clients von Dritt-Anbietern gar nicht möglich. Dennoch: Twitter muss ausprobieren, auch wenn es uns Nutzern weh tut. Die müssen nämlich auch einmal Kohle einfahren. Von nichts kommt nichts. Ich drücke Twitter die Daumen, dass sie ein gutes Geschäftsmodell finden – ohne dabei die Interessen der Nutzer zu verkaufen.

Denn Twitter ist nicht nur Blabla-Netzwerk, es hat in den letzten 10 Jahren auch die Kommunikation verändert.


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Über den Autor: caschy

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